Die EU-Kommission hat am 23.04.2026 bekanntgegeben, dass mit sofortiger Wirkung keine finanzielle Förderung mehr für Wechselrichter aus China erfolgen darf. Das dadurch betroffene Marktvolumen entspricht nach eigener Aussage der Kommission etwa 20 % der europäischen Solarprojekte, die direkt oder indirekt – bspw. über Banken mit geförderten Krediten – aus EU-Geldern unterstützt werden.
Die Definition zielt auf sogenannte „Hochrisiko-Anbieter“, wie sie auch im EU Cybersecurity Act 2 oder im amerikanischen „Foreign Entity Of Concern – FEOC“ eingeordnet wird:
„Jedes Unternehmen, das sich im Eigentum oder unter der Kontrolle von Einheiten aus einem Drittland befindet, welches böswillige Aktivitäten im Cyberspace gegen die EU oder einen ihrer Mitgliedstaaten durchgeführt hat.“
Konkret bezieht sich die Ausschlussliste (ebenso wie in den USA) auf China, Russland, Iran und Nordkorea.
Weitere wichtige Punkte:
- Eine Förderung für das komplette Projekt ist
ausgeschlossen, wenn chinesische Wechselrichter eingesetzt werden.
- Die Regelung betrifft alle Produkte von
chinesischen Herstellern, unabhängig davon, ob in China oder woanders (bspw. in
der EU) produziert.
- Speicher-PCS sind ausdrücklich von der
Regelung erfasst.
- Eine Ausdehnung auf weitere PV-Komponenten
ist möglich.
- Whitelist / Blacklist: hier läuft die
rechtliche Betrachtung. Banken können jedoch mit eigenständigen White- oder
Blacklists arbeiten (und werden das angesichts nunmehr zu erwartender weiterer
Einschränkungen auch tun).
- Kreditinstitute, die ihrerseits bzw. deren
Kredite über EU-Gelder gefördert sind, müssen ihre Förderbedingungen
entsprechend anpassen.
- Die Begründung sind Sicherheitsbedenken durch
die Internetverbindung der Geräte.
- Laufende Vorhaben müssen von den
Finanzinstituten bis Anfang Mai 2026 gemeldet werden und können nur dann unter
Übergangsregeln fallen, wenn sie bereits nachweisbar sehr weit fortgeschritten
sind. Wo noch gewechselt werden kann, muss auch gewechselt werden.
- Zusätzlich zur Finanzierbarkeit könnte auch
die Versicherbarkeit der Projekte eingeschränkt sein.
- Wenn bspw. Heimspeicher keine Bankfinanzierung in Anspruch nehmen, sind sie von dieser Regelung nicht betroffen.
Wie blickt FENECON darauf?
Alle Speicher unserer Industrial-Plattformen sowie der FENECON Commercial 92 nutzen Wechselrichter von KACO, die in Deutschland produziert werden und wo KACO und Siemens selbst auch sehr enge Maßstäbe an die Cybersicherheit legen. Bei allen anderen Speicherserien setzen wir Hybridwechselrichter ein, unterbinden über das Energiemanagementsystem FEMS jedoch jegliche Internetverbindung nach China. Auch das BMS (das bei manchen Herstellern eigenständige Kommunikationsverbindungen nach China aufbaut) ist ausschließlich mit dem FEMS verbunden. Wir erwarten eine steigende Nachfrage nach unseren (Industrie-)Speicherlösungen aus ganz Europa und empfehlen unseren Partnern, sich bzgl. geplanter Projekte zur Abstimmung mit uns in Verbindung zu setzen.
Beachten Sie dazu auch unsere Stellungnahme zum „Ban on High-Risk Inverter Suppliers from EU Funding”.